All publications

bicc GMI

Globaler Militarisierungsindex 2024 [bicc report/GMI]

Abstract

Trotz weltweit immer weiter steigender Militärausgaben folgt nur eine Minderheit aller Staaten einem Aufrüstungstrend. In nur 52 der 149 im Globalen Militarisierungsindex (GMI) erfassten Länder nahm in den letzten Jahren das Volumen militärischer Ausgaben, Personal und Waffen im Verhältnis zu zivilen Vergleichsgrößen zu. Auf der anderen Seite gab es eine ganze Reihe Länder, in denen sich die relativen Investitionen in die Streitkräfte über die letzten Jahre kaum veränderten oder sogar abgenommen haben. 81 Länder fallen dabei durch eine Demilitarisierung auf. Im regionalen Vergleich ist besonders auffällig, dass Europa und die MENA-Region die beiden am stärksten militarisierten Regionen sind. Staaten in Südamerika oder Sub-Sahara Afrika hingegen investieren meist deutlich weniger in ihre Streitkräfte – auch relativ zur eigenen Wirtschaftsleistung und Bevölkerungsgröße. Zu den am stärksten militarisierten Staaten der Welt gehört die Ukraine, die mit großem Abstand die Spitzenposition im GMI 2024 einnimmt. Weitere sehr stark militarisierte Länder sind unter anderem Israel, der Libanon, Armenien, Katar, Russland, Bahrain, Kuwait, Saudi-Arabien und Griechenland. In diesen Ländern stehen den Streitkräften im Vergleich zu anderen Gesellschaftsbereichen verhältnismäßig viele Ressourcen zur Verfügung. Es überrascht kaum, dass dies besonders dort der Fall ist, wo kriegerische Auseinandersetzungen stattfinden oder kürzlich stattgefunden haben. Die Schlusslichter im GMI sind Haiti, Malta, Mauritius, Kap Verde, Papua-Neuguinea, Trinidad und Tobago, Guatemala, Irland, Ghana und Madagaskar. Die niedrige Militarisierung Irlands zeigt, dass ein relativ hoher Grad von innerer Stabilität und Sicherheit auch mit geringen Investitionen in den Militärsektor gewährleistet werden kann. Andere Länder wie Haiti oder Papua Neuguinea fallen hingegen durch Schwierigkeiten auf, die staatliche Gewalthoheit in ihrem Territorium effektiv durchzusetzen.

Publication details

Additional details

Title
Place of publication
Abstract
Publication Language

Further information

Date

Publication context

Publisher